Zeitung: Video zeigt europäische Sahara-Geiseln in Mali

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Video zeigt europäische Sahara-Geiseln in Mali

Reuters, 30 July 2003

Bamako (Reuters) – Die Entführer der in Algerien verschleppten europäischen Touristen haben einem Zeitungsbericht zufolge ein Video-Band an die Regierung in Mali geschickt, das die Geiseln in Mali zeigt.

Die Entführer hätten für die Freilassung der Geiseln Bedingungen gestellt, berichtete die malische Tageszeitung « L’Independant » am Mittwoch, ohne Einzelheiten zu nennen. In der Hand der vermutlich radikal-islamischen Entführer waren zuletzt zehn Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer. Medienberichten vom Dienstag zufolge ist eine der deutschen Geiseln, eine 45-jährige Frau, schon vor Wochen an den Strapazen der Entführung in der Sahara gestorben. Zuletzt war mehrfach berichtet worden, die Entführer hielten sich im Grenzgebiet zwischen Mali und Algerien auf. Die malische Regierung äußerte sich nicht zu dem angeblichen Video-Band und erklärte, es gebe keine offizielle Information über die Geiseln.

« L’Independant » berichtete, das Video-Band sei am 28. Juli an führende malische Regierungsmitglieder geschickt worden, darunter Präsident Amadou Toumani Toure. Die Geiseln und ihre Entführer seien am 24. Juli in Mali angekommen und hielten sich zwischen den Nomaden-Dörfern Taoudenit und Boujbaiha in der Region Kidal auf. Das Wüstengebiet liegt mehr als 1500 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt.

Die Behörden in Deutschland, Mali und Algerien haben die jüngsten Medienberichte weder bestätigt noch dementiert. Am Dienstag hatten malische Behörden mitgeteilt, in der Region Kidal seien Patrouillen verstärkt worden.

Die Geiseln waren Mitglieder einer Gruppe von insgesamt 32 europäischen Touristen, die Ende Februar und Anfang März in der Sahara im Süden Algeriens verschleppt worden waren. 17 Geiseln wurden im Mai befreit, als algerische Sicherheitskräfte ein Versteck der Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) stürmten und die Entführer töteten. Die Schweiz hat einen Polizeivertreter nach Mali geschickt, der deutsche und niederländische Experten unterstützen soll, die an der Aufklärung der Entführung arbeiten.