Entführte Österreicher: El Kaida stellt Ultimatum

Entführte Österreicher: El Kaida stellt Ultimatum

Entlassung inhaftierter Islamisten in Nordafrika binnen drei Tagen verlangt

Die zum Terrornetzwerk El Kaida gehörenden Entführer von zwei in Nordafrika vermissten Österreichern haben der Regierung in Wien ein Ultimatum gestellt. Sie fordern für die Freilassung der Touristen die Haftentlassung von Mitkämpfern in Nordafrika.

Die Terrororganisation El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) habe dazu eine Frist bis Sonntag um Mitternacht gesetzt, berichtete das SITE-Institut in Washington am Donnerstag. Es ist auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert.

« Staat Österreich verantwortlich »

In der von SITE übersetzten Mitteilung von AQMI heißt es: « Der Staat Österreich ist verantwortlich für das Leben der beiden Geiseln, falls der Zeitraum verstreicht, ohne dass unseren Forderungen entsprochen wird. » Weiter werden die Familien der beiden Österreicher aufgerufen, Druck auf ihre Regierung auszuüben. Menschen aus dem Westen sollen sich der Mitteilung der Terroristen zufolge von Nordafrika fern halten, sonst riskierten sie das gleiche Schicksal.

Der Sprecher des Außenministeriums in Wien, Peter Launsky- Tieffenthal, sagte dazu am Abend: « Die Entführer haben mit der Regierung in Wien Kontakt aufgenommen. Es wurden allerdings Forderungen gestellt, deren Erfüllung nicht in unseren Händen liegt. » Das Außenministerium sei mit dem betreffenden Regierungen in Nordafrika in Verbindung, um die Freilassung der beiden Österreicher zu erreichen.

Entführer veröffentlichen Fotos

Die regionale, zu El Kaida gehörige Gruppe hatte sich am Montag zur Entführung der beiden Österreicher Wolfgang Ebner (51) und Andrea Kloiber (43) bekannt. Sie waren in Nordafrika auf einer Wüstentour und werden seit dem 18. Februar vermisst.

Auf der Website der Gruppe waren in der Nacht zum Dienstag die Passdaten des Paares veröffentlicht worden. Der Mitteilung vom Donnerstag fügte die Gruppe sechs Fotos bei, die Ebner und eine verschleierte Frau – vermutlich Kloiber – im Beisein ihrer Entführer zeigen. Nach tunesischen Angaben wurden die beiden entführt, nachdem sie bereits die Grenze zu Algerien überquert hatten.

« Emir der Sahara » verantwortlich?

Algerischen Presseberichten zufolge sucht die algerische Armee mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften im Grenzgebiet zu Tunesien nach den mutmaßlichen Entführern der beiden Touristen. Möglicherweise seien die Österreicher in der Hand des regionalen Terroristenführers Yahia Djouadi, dem « Emir der Sahara », berichtete die Zeitung « El Kabar » am Mittwoch. Djouadi sei auch für einen Mord an sieben Grenzwächtern im Ort El Oued im Februar verantwortlich gewesen.

Mit Material von dpa und ZDF