Rice wirbt für Anti-Terror-Zusammenarbeit mit Nordafrika

US-Außenministerin nach Libyen-Besuch auch in Tunesien und Algerien

Rice wirbt für Anti-Terror-Zusammenarbeit mit Nordafrika

Von Matthew Lee, AP, PR-inside.com 07.09.2008 11:26:01)

Algier (AP) Nach ihrem historischen Besuch in Libyen hat US-Außenministerin Condoleezza Rice auch in Tunesien und Algerien für eine verstärkte Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror geworben. Die Bedrohung durch islamische Extremisten sei in den vergangenen Monaten noch stärker geworden, sagte Rice in Algier.

Allein im August kamen in Algerien bei Terroranschlägen mindestens 107 Menschen ums Leben. Rice sagte den Regierungen in Nordafrika zu, ihre in Guantanamo gefangenen Staatsangehörigen so bald wie möglich freizulassen. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika sagte die Ministerin: «Wir möchten das gern, haben aber auch eine Verpflichtung, keine gefährlichen Leute auf die Straße zu lassen.» Weitere Themen der Unterredung mit Bouteflika waren die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem an Öl- und Gasvorkommen reichen Land. In Tunesien rief Rice zu einer Demokratisierung auf. Hinsichtlich der Situation der Frauen habe es bereits einige Fortschritte gegeben, sagte die Ministerin. Es müsse aber noch mehr für politische Reformen getan werden, sagte Rice im Anschluss an ein Treffen mit dem tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali, der seit 1987 regiert. Höhepunkt der Nordafrika-Reise von Rice war am Freitagabend ein Treffen mit dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi. Dieser begrüßte sie in seinem vor 22 Jahren von US-Kampfflugzeugen bombardierten Amtssitz mit einer Verbeugung. «Die Beziehungen haben sich seit Jahren in eine gute Richtung entwickelt», sagte Rice. «Dieser Abend heute markiert eine neue Phase.» Rice war die ranghöchste US-Politikerin seit über 50 Jahren, die Libyen besucht hat.