Rätselraten um den Aufenthalt der Geiseln

Rätselraten um den Aufenthalt der Geiseln

OÖNachrichten, 13. März 2008

SALZBURG/ALGIER. Keine neuen Erkenntnisse zur Entführung der beiden österreichischen Touristen Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber hat das Außenministerium in Wien.

Nach algerischen Medienberichten könnten sich die vermissten Österreicher Andrea Kloiber (43) und Wolfgang Ebner (51) noch auf algerischem Territorium und nicht in Mali befinden. „Unsere Botschaft in Dakar ist dabei, mit den Behörden in Mali Kontakt aufzunehmen“, sagt Peter Launsky-Tieffenthal vom Außenministerium. Es werde selbstverständlich allen Hinweisen nachgegangen, letztlich bleibe zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber alles Spekulation.

Die algerische Zeitung „Anna-har“ geht indessen weiter davon aus, dass sich die Entführten bereits im Norden von Mali aufhalten, nachdem die Geiselnehmer sie von Tunesien über Algerien in dieses westafrikanische Land gebracht hätten. Laut Radio France International berichtete die arabischsprachige Zeitung auf ihrer Internet-Seite unter Berufung auf einen Sprecher des Terrornetzwerkes Al Kaida, diese Gruppe habe die Österreicher seit dem 22. Februar in ihrer Gewalt.

Die Entführung könnte im tunesisch-algerischen Grenzgebiet erfolgt sein. Die aus Algerien stammende Gruppe „Al Kaida-Organisation im Islamischen Maghreb“ hatte sich bis Anfang vergangenen Jahres „Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf“ (GSPC) genannt. In dem am Montag verbreiteten Audio-Tape nannte der Al Kaida-Sprecher Tunesien einen „Apostaten“-Staat.