Sahara-Geiseln: Kommt der Durchbruch?

Sahara-Geiseln: Kommt der Durchbruch?

Kurier.at, 23. Mai 2008

Langsam, aber sicher werden die Töne der Verhandler wieder optimistischer. Indes wird in Mali wieder heftig gekämpft.

In den vergangenen Tagen und Wochen gab es fast nur negative Nachrichten von den beiden in der Sahara entführten Salzburgern zu hören. In Algerien kursierten sogar bereits erste Gerüchte, die Halleiner WolfgangEbner und Andrea Kloiber seien sogar längst tot.

Dazu kamen offen ausgetragene Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen El-Kaida-Splittergruppen, was eigentlich im Austausch für die Geiseln gefordert werden sollte. Außerdem war unklar, ob auch die Tuareg als Schutzherren in der Region einen Tribut einfordern.

« Besser es gibt kein Lebenszeichen als es ist alles vorbei », meinte Österreichs Chefverhandler Anton Prohaska erst kürzlich gegenüber dem KURIER.

Ultimatum

Das Halleiner Touristenpaar war vor genau drei Monaten, am 22. Februar 2008, von einer aus Algerien stammenden islamistischen Gruppe namens « Al-Kaida im Islamischen Maghreb » (AQMI) in Tunesien entführt und via Algerien und Libyen nach Mali verschleppt worden.

Das bisher letzte Ultimatum der Geiselnehmer, die unter anderem Lösegeld und die Freilassung ihrer Gesinnungsgenossen aus algerischen und tunesischen Gefängnissen fordern, lief im April ohne Konsequenzen ab. Drei Monate nach der Entführung der zwei Salzburger werden die Töne überall aber langsam wieder optimistischer.

Die Verhandlungen schreiten (wieder) fort, laut Insidern soll es sogar neue Beweise für das Leben von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber geben. Die zwei nach Mali verschleppten Salzburger sind Angaben aus Regierungskreisen in Mali zufolge am Leben. Wie ein Beamter, der jedoch namentlich nicht genannt werden wollte, nun gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur Reuters erklärte, machten die Verhandlungen zur Befreiung der beiden Halleiner Fortschritte.

« Es hat sich der Eindruck bestätigt, dass sich das in den vergangenen Monaten aufgebaute Netzwerk an Kontakten und Kommunikationskanälen in Mali alshilfreich erweist. Wir können von einer gewissen Zuversicht sprechen, dass der Fall ein gutes Ende findet », betonte auch der zuständige Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal in Wien.

Ob sich die Geiseln jedenfalls noch immer in Mali befinden ist derzeit unklar. Zuletzt gab es auch immer wieder Spekulationen, dass sich die Entführer in Nachbarländer, etwa nach Niger oder Mauretanien, abgesetzt haben könnten.

Heftige Kämpfe

In der Region Kidal, wo die beiden Österreicher zumindest mehrere Wochen lang im März untergebracht gewesen waren, gab es jedenfalls in den vergangenen Tagen erneut heftige Kämpfe mit mehreren Toten und neuen Geiselnahmen von malischen Soldaten.

Artikel vom 23.05.2008 09:55 | KURIER | Dominik Schreiber und Ilse Schmid