Algeria-Watch  
   

Die Leiche eines Verschwundenen wurde identifiziert

Algeria-Watch, Januar 2004

Am 13. November 2003 fotografierte der Verantwortliche der LADDH in Relizane, Mohamed Smain, ein Massengrab, in dem sich Knochen und Kleidungsstücke von Saidane Hadj Abed befanden. Dieser Mann war am 9. September 1996 von der Miliz des ehemaligen Bürgermeisters Hadj Fergane entführt und getötet worden.

Am 27. Dezember 2003 organisierte die LAADH eine Pressekonferenz in Algier, an der zahlreiche Familien von Verschwundenen sowie die Familie des Verstorbenen teilnahmen. DieFamilie Saidane bestätigte, dass die gefundenen Gegenstände dem Verschwundenen gehörten. Mohamed Smain erzählte, dass sich die Fundstelle unweit eines bereits 2001 lokalisierten Massengrabs befand, das drei km südlich von Sidi M’hamed Benaouda liegt. Anwohner hatten einen Knochen gesehen und ihn herbeirufen lassen. Das Grab wurde geöffnet und er fotografierte alles. Zur Pressekonferenz brachte er die gefundenen Gegenstände mit: einen Überwurf, einen grüne Trainingshose, eine Regenjacke und ein Feuerzeug.

Die Familie Saidane hatte in der Vergangenheit gegen den Milizenchef Hadj Fergane Anzeige erstattet, ohne dass Ermittlungen aufgenommen wurden. Nun ist sie erneut vor Gericht gegangen. Der Staatsanwalt von Relizane veranlasste die Gendarmerie dazu, eine Untersuchung aufzunehmen. Die Gendarmen baten Mohamed Smain, sie am 11. Januar 2004 zu dem Massengrab zu begleiten, erschienen aber nicht. Am 12. Januar erfuhr die LADDH, dass die Knochen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von ihrem Fundort entfernt worden waren und der Ort selbst getarnt wurde. Offensichtlich versuchen staatliche Stellen, jede Spur des Grabes verschwinden zu lassen, um die Ermittlungen zu erschweren.

 
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